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Shopping mit den Schwaegerinnen

Heute haben mich meine beiden Schwaegerinnen unter ihre Fittiche genommen und wir gingen einkaufen. Nichts besonderes, nur Kleinkram, Kuechenzeugs. Aber spannend ist es immer.
Yamina blieb bei Papa.

Vom Haus aus mussten wir erst um ein paar Hausecken bis zu einer groesseren Strasse gehn, dann kommen laufend Taxen vorbei. Man winkt einer und wird mitgenommen. 5 Kilometer mit dem Taxi kosten ca 80 Cent oder so. Wirklich ein Klacks.

Wir also mitten rein in die Stadt.
Ueberfluessig zu erwaehnen, dass ich staendig wie das siebte Weltwunder beaeugt wurde und werde. Hier gibt es keinen Tourismus und kaum einmal wird eine dunkelblonde Frau gesichtet, noch dazu ohne Kopftuch.
Heute hab ich vielleicht 1 Frau und ein paar Maedchen ohne Kopftuch gesehen, der Rest traegt Tuch.
Also bin ich eine leuchtende Exotin hier. Ist nicht immer leicht, aber ich wusste ja schon was mich erwartet, insofern ist es kein Kulturschock mehr, wie beim ersten Mal vor 11 Jahren.

Die Gassen mit den kleinen Geschaeftchen - viele nicht groesser als eine Garage - voll bis unter die Decke - sind staubig und schmutzig, kaum geteert, alles festgetrampelte Erde mit Schlagloechern und Pfuetzen.
Einen Buggy fuer Kinder koennte man hier gar nicht schieben. Und LAUT ist es, unbeschreiblich laut. An jeder Ecke wird der Radio aufgedreht, die Autos hupen, Haendler schreien, Eselkarren klingeln, Radfahrer balancieren Dinge auf ihrem Kopf, ein unbeschreibliches Bild.
Fast leicht mittelalterlich anmutend, wenn da nicht der elektrische Strom waere, mit dem Blinklichter betrieben werden und Lautsprecher......
Und dazwischen Kitsch, China-Billig-Kitsch. Plastikblumen-Plastikblueten, Glitzerkram, Blechzeugs. Man findet schwer geschmackvolle Sachen. Dafuer muesste man in den Basar Khan-El-Khalili nach Kairo fahren.

Puh, es gibt so viel anzuschaun. Diese optische Vielfalt ist wirklich fesselnd und faszinierend..........wenn man weiss, dass es fuer ein paar Wochen ist. Leben auf Dauer.........nie. Auch Hatem nicht. Nicht hier in diesem Ort.

Ort ist gut gesagt. Es ist immerhin eine Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern und einer Universitaet mit unzaehligen Fakultaeten. Aber dennoch sehr laendlich gepraegt.

Wenn man nach einem Ausflug in die Innenstadt heimkommt ist eine gruendliche Nasenreinigung noetig. Gut dass ich in weiser Voraussicht viiiiiiele Meersalzwasser-Nasensprays mitgebracht habe, wir brauchen sicher pro Woche eine Flasche. Meersalzwasser einspruehen, Nase putzen und es kommt schwarz aus der Nase.............

Mein Inhaliergeraet kommt taeglich zum Einsatz, das ist WICHTIG.

5.11.05 17:18


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Kranktag

Gestern hatte ich den letzten Antibiotika-Einnahmetag und ich fuehlte mich auch schon wieder supergesund. Doch heut frueh bin ich mit Gliederschmerzen und Froesteln und Kopfweh aufgewacht und lag den ganzen Tag mit Heizkissen - habe es in weiser Voraussicht mitgebracht - im Bett verbracht und geschlafen und inhaliert. Das hat gut getan.
Jetzt hab ich grad Grippostad genommen und es geht mir wieder besser. Aber ganz gesund bin ich nicht. War wahrscheinlich etwas zu viel Staub und Abgase gestern bei unserer Einkaufstour. Hatem sagte, wir wuerden bald ans Meer fahren, damit ich gesund werd. Auch er leidet unter dem Staub. Ich werde verwoehnt und gepflegt, alle sorgen sich um mich und bringen Leckereien......unser Kuehlschrank platzt aus allen Naehten.
Ich trink den ganzen Tag heisse Zitrone. Die Zitronen hier sind superklein, vielleicht mit 4 cm Durchmesser aber da kommt ein Saft raus, das ist unglaublich..........soooooooo viiiiiiiiiiiel.

Yamina duest den ganzen Tag im Haus rauf und runter von der Oma zur Tante, dann wieder zu uns. Und sie faehrt hier im Wohnzimmer, das bestimmt gut 40 Quadratmeter oder mehr hat mit dem Radl samt Stuetzraedern rum und hat einen Heidenspass.

Mittwoch ist ein Ausflug nach Kairo geplant, ich moechte ein paar deutsche Mamas treffen, die hier leben. Wir gehen auf nen grossen Spielplatz, wo die Kinder sausen koennen und wir Mamas trinken Tee. Anschliessend gehen wir in den "Schweizer Club", wo woechentlich ein Treffen deutscher Frauen stattfindet, zum Essen.
Voraussetzung ist aber, dass ich ganz gesund bin.
Aber das wird schon, keine Sorge.

So, jetzt geh ich wieder inhalieren.
6.11.05 19:26


auch und wieder krank

Oh, jeeeee. Yamina ist nun auch krank geworden. Sie hustet, ist verschleimt und hatte die letzten beiden Tage Fieber.
Und ich hab auch wieder erhoehte Temperatur bekommen, huste ebenfalls viel, meine Lunge ist voll Sekret, die Nebenhoehlen sind zu und beim Naseputzen bekomm ich leichtes Nasenbluten. Alles in allem...............wir sind krank.

Mein Medizinkoffer ist heiss begehrt, wir inhalieren beide mit dem Pari-Inhaliergeraet, nehmen Hustensaft und und und......

Ich werd wohl um ein erneutes Antibiotikum nicht rumkommen. Bei Yamina warte ich noch bis morgen, sollte sie in der Nacht fieberfrei bleiben, gehts wohl ohne Antibiose. Ansonsten gehen wir morgen zum Arzt und sie bekommt auch eins.

Unser fuer heute geplanter Kairo-Ausflug wurde natuerlich gestrichen. Nun hoffen wir, dass wir am Sonntag oder Montag in den Sinai ans Meer fahren koennen. Nach Basata.

Wer Bilder sehen will: www.basata.com

Basata ist eine Art Oekocamp und wird von einem Aegypter mit seiner deutschen Frau betrieben. Mehr schreib ich, wenn wir dort waren.

So, nun hoffe ich, dass wir bald wieder fit sind.......
9.11.05 15:14


wir reisen in den Sinai

Morgen soll's losgehen. In den Sinai.
Nachdem wir die letzte Woche das Bett gehuetet haben und wir am Mittwoch sogar noch abends den Kinderarzt ins Haus holen mussten, weil Yamina schon den dritten Tag Fieber hatte, wollen wir morgen in den Sinai fahren, um unsere Lungen auszukurieren.

Hier verfolgt uns ein bloeder Husten-Schnupfen-Virus, der fast das ganze Haus angesteckt hat. Meine Schwaegerinnen, 2 Neffen, meine Schwiegermama, mein Schwager, alle husten und schniefen. Ich schlucke schon wieder brav seit 4 Tagen Ciprobay 500, das man hier ohne Rezept einfach in der Apotheke kaufen kann. Nachdem ich am vergangenen Wochenende nach Absetzen der Antibiose wieder Fieber bekam und wieder im Bett landete hab ich meinen Lungenarzt in Muenchen per Internet und Handy (ein Hoch auf die moderne Technik) kontaktiert und er hat mir weitere 2 bis 3 Wochen Antibiose verordnet. Ich bin zwar nicht sehr scharf drauf, aber ich merk ja selber, dass es ohne nicht geht.

Im Sinai leg ich mich in den warmen Sand..............ha !!!!! Und ich denk an die Schneeflocken, die im Bayrischen Wald wohl morgen fallen werden.

Morgen steht uns eine 6 stuendige Autofahrt bevor. Bin gespannt, wie Yamina das alles so meistert.

13.11.05 19:03


Sinai

Montag, 14. November 05

9.50 wir besteigen ein Taxi, das uns von Zagazig nach Kairo bringt
Um 12 Uhr soll von Kairo aus die Reise mit einem Minibus in den Sinai losgehen. Leider verfehlten wir in Kairo eine wichtige Abzweigung und wegen stop-and-go-Verkehrs kommen wir ueber eine halbe Stunde spaeter erst an. Aber unser Minibus-Taxi, das uns nach Basata bringt, wartet.

Drei Mamas und vier Kinder besteigen den Minibus. Mein Mann bleibt bei seiner Familie und wird alte Schulfreunde besuchen.
Eine Mama bin ich mit Yamina, die andere Mama ist eine mit einem Aegypter verheiratete Muenchnerin, die seit vielen Jahren in Kairo lebt und eine zweieinhalbjaehrige Tochter hat, eine wunderhuebsche deutsch-aegyptische Mischung, mit dunklem Teint und den schoensten blauesten Augen, die ich jemals in meinem Leben gesehen habe.
Die andere Mama ist eine evangelische Pfarrerin, ebenso mit einem Aegypter verheiratet und seit vielen Jahren in Dahab im Sinai lebend. Die beiden Kinder sind 2einhalb und 4 Monate alt. Sie musste die weite weite Reise antreten, um ihren Buben in der dt. Botschaft anzumelden, ein unvermeidlicher Behoerdenkram.

13.00 Uhr, die Reise geht los. Vollgepackt bis unters Dach startet unser Sinai-Taxi. Erst geht es durchs Nildelta bis nach Suez. Viele Eindruecke, viele fremde Bilder bieten sich unseren Augen. Mich ueberrascht immer wieder, wie praesent hier das Militaer ist. Ueberall sind Kasernen, ueberall stehen Wachposten.

Wir fahren in Suez durch einen kilometerlangen Tunnel unter dem Suezkanal durch und hab hier sind wir tatsaechlich in ASIEN. Der Sinai gehoert geographisch zum asiatischen Kontinent. Ab hier beginnt die Wueste. Richtige Wueste.
Anfangs durchfahren wir auf einer holperigen Serpentinenstrasse imposante Canyons die gigantische Einblicke in zerklueftete Taeler bieten. Es geht stetig bergauf, die Hoehe macht sich durch Druck auf die Ohren bemerkbar. Wir muessen auch mehrere Kontrollposten passieren. Wir werden dann per Funk von einem Kontrollposten zum naechsten weitergegeben, so wird immer die Position des Wagens samt Passagieren und Besatzung weitergefunkt, damit auch niemand verlorengeht. Ich fand das ganz beruhigend, dass dann im Falle eines Unfalles oder eines sonstigen Ereignisses rekonstruiert werden kann, wo wir uns ungefaehr befanden. Doch der Hintergedanke ist ein anderer. So soll kontrolliert werden, dass niemand irgendwo aussteigen oder was schmuggeln oder ausspionieren kann und dass sich niemand ueber die gruene Grenze ins Feindesland Israel rueberschleichen kann.

Nach Durchquerung des kuestennahen Bergmassifs befinden wir uns auf einer Hochebene und duesen fast kerzengerade quer durch den Sinai. Nun ist es Wueste, wie man sich Wueste vorstellt. Beiger Sand, sanfte Wellen, nur noch karge Buesche, kein Baum soweit das Auge reicht. Hin und wieder Felsen........
Bitte keine Reifenpanne!!! Hier gibts keinen Schatten.

Nach gut 3 Stunden Fahrt machen wir ne Pause von gut 45 Minuten. Fuesse vertreten, Tee trinken, die Kinder sausen rum. Wir bewundern einen wunderschoenen Sonnenuntergang.

Dann gehts weiter..........
Doch selbst in der Fast-Dunkelheit ist es reizvoll, durch die Wueste zu fahren. Da der Mond fast voll ist, ist es auch relativ hell, da der helle Sand genug Licht reflektiert.

Die Kinder sind bewundernswert geduldig. Yamina schlaeft nur 20 Minuten, den Rest der Fahrt guckt sie aus dem Fenster oder macht Gaudi mit den anderen beiden Maedels.

Kurz nachdem wir am Flughafen Taba vorbeigefahren sind und eine weitere der vielen Kontrollposten und auch Passkontrollen passiert haben gehts wieder runter aus dem Hochplateau. Runter ueber viele Serpentinen durch traumhafte Felsschluchten. Ich dachte, jeden Moment muesste Winnetou auf seinem Pferd angeritten kommen.
Der Vollmond warf ein gigantisches Licht in die Schluchten. Einfach klasse.

Taba, das Meer, Ostkueste Sinai. Endlich.............. Ein bissl lang wurd mir die Fahr dann doch. Viel mehr Kurven haette auch mein Magen nicht mehr ertragen.
Unser Ziel - Basata - ist nur noch gut 30 km entfernt. Nun fahren wir an der Kueste entlang nach Sueden und kommen an grossen Hotelbauten vorbei.

Um 19.00 Uhr kommen wir in Basata an. Puh, geschafft.
Was fuer ein Glueck, dass wir uns gleich im Gemeinschaftsbereich zum Abendessen niederlassen duerfen.

Was fuer ein tolles Klima, eine samtweiche Luft, so warm, so weich, so mild. Endlich wieder richtig durchatmen nach all dem Staub und den Abgasen im Nildelta.


21.11.05 09:04


Planschen im Meer

Nach dem Abendessen beziehen wir unsere Bambushuetten, die nur 20 Schritte vom Wasser entfernt sind. Strom gibts hier nicht, nur ein Windlicht mit Kerze und meine Minitaschenlampe.
Ich richte auf die Schnelle unser Bett (Matratze auf dem Boden) her und packe Yamina in ihren Schlafsack. Sie schlaeft sofort ein. Ich bin auch todmuede und wuerde nichts lieber tun, als sofort in tiiiiiiiiiefen Schlaf sinken, doch die Muecken haben anderes mit mir vor.
Sssssssssst, ssssssssst, pausenlos. Yamina merkt nichts, die Glueckliche. Selbst Autan versagt den Dienst. Stuendlich schau ich auf die Uhr, 22.00 Uhr, 23.00 Uhr, ......1.30, Hunde bellen vor der Huette, wilde Hunde, die hier einfach am Strand rumlaufen, unsere Huette hat keine Tuer, nur ein Fleckerlteppich weht im Wind. Die Huette ist sehr luftdurchlaessig, der Wind geht, d.h. es ist dauernd eine Luftbewegung zu spueren, die mir allerdings noch unangenehm ist, weil ich ja bis vorgestern noch Fieber hatte. Ich verkrieche mich unter der Wolldecke, wg. Zugluft und Muecken. Aber hier ist es zu heiss. Man kriegt keine Luft. Also wieder raus mit dem Kopf und den Armen, entweder ersticken oder zerstechen lassen. Ich waehle letzteres.

2.30, 3.00 Uhr............immer noch kein Tiefschlaf. Ich bin inzwischen schon ziemlich wuetend. Ab 3 bin ich eingeschlafen.

Am naechsten Tag steht die Sonne bereits schon am Himmel, als wir aus unserer Huette auf den Strand treten. Es ist warm, schoen warm.
Gluecklicherweise kann ich mir ein Moskitonetz ausleihen, von dem Moment an kann ich mich entspannt auf der Matratze ausstrecken, welch ein Segen.

Yaminas erste Begegnung mit dem Meer ist anders als erwartet. Ich dachte, die Wasserratte wuerde sich sofort in die Fluten stuerzen, doch die Wellen machen ihr erst mal Angst. Sie begnuegt sich damit, mit Sandschaufel und Eimerchen bewaffnet im Sand zu spielen.

Am zweiten Tag mag sie gar nicht ans Wasser gehn. Ist irgendwie auch beruhigend, dass sie solchen Respekt hat, denn ich kann sicher sein, dass sie mir nicht in einem unbeobachteten Moment ans Wasser rennt und sich in die Fluten stuerzt. Allerdings gab es gar keinen unbeobachteten Moment.............ich hab einfach immer aufgepasst und sie wollt auch gar nicht weit von mir weglaufen.

Im Gemeinschaftsbereich sind grosse flache Tische und grosse Sitzkissen (zusammengenaehte Fleckerlteppiche, die mit Baumwolle ausgestopft sind). Hier machen wir es uns im Schatten gemuetlich und geniessen Tee und ueberbackene Kaesefladenbrote.
Es gibt einfach Strichlisten, wo man eintraegt, was man aus dem Kuehlschrank oder Obstregal oder Gemueseregal entnommen hat. Am Ende bekommt man die Gesamtrechnung. Sehr angenehm, dass man nicht dauernd mit Geld rumrennen muss.

Die Kinder laufen frei rum, springen im Sand rum, klettern die Bambusstangen hoch und springen in die dicken weichen Fleckerlteppichkissen. Sie tanzen, lachen und springen, es ist herrlich. Und ich lehne mich einfach mal zurueck und geniesse den tollen Ausblick rueber auf Saudi-Arabien und bedauere die Frauen, die dort vollverschleiert rumlaufen muessen.
21.11.05 10:10


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