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Mittwoch, 6.September 2006, Alexandria

Vormittags entspannen wir uns wieder in gepflegter Atmosphäre im Ingenieursclub. Die Kinder planschen glücklich, fahren kreuz und quer mit ihren Mini-Tret-Autos oder Batterie-Autos, bekommen jeder nen gasgefüllten Ballon zur vollkommenen Glückseligkeit. Am Nachmittag essen wir zu Mittag im klimatisierten Restaurant des Clubs. Wieder bin ich appetitlos, habe etwas Magenzwicken. Die Suppe ist bräunlich-trüb, schmeckt, wie sie aussieht, ich verzichte. An das anschließende Hauptgericht kann ich mich gar nicht mehr erinnern.
Salma will unbedingt im Meer planschen, seit Jahren wünscht sie es sich. Es ist 18.00 Uhr. Wir gehen an den Strandbereich, wo man vor lauter Plastikstühlen kaum den Sand sieht. Wir finden ein Plätzchen, die Kinder werden mit Schwimmreifen und Schwimmflügeln ausgestattet und staksen ins schmutzige Wasser. Der Strandbereich im Club ist nicht sehr attraktiv, es ist wie eine Lagune angelegt, es findet kaum ein Frischwasserzufluss statt. Trotzdem sind wahnsinnig viele Leute im Wasser, kreischen, planschen. Wir wundern uns. Die Kinder gehen an den Händen ihrer Papas knietief ins Wasser, scheint zu reichen. Einladend ist es nicht. Wir beschließen, wieder in den Poolbereich zu gehen, doch als wir ankommen ist die Badezeit beendet, um 19.00 Uhr müssen alle aus dem Wasser. Schade.
Wir gehen ins Hotel zurück, machen uns stadtfein und beschließen, zum Restaurant "Mohamed Ahmed" zu fahren. Es ist berühmt für Foul(Bohnenbrei) und Falafel( frittierte Kichererbsenbällchen). Glücklicherweise bekommen wir schnell einen Platz. Schnell wird serviert, es schmeckt ausgezeichnet. Kein Fleisch. Ich esse mit Appetit.
Es ist schon wieder spät am Abend.
Gegen 23.00 Uhr verlagern wir unseren Standpunkt ins Straßencafé eines Nobelhotels an der Corniche. Auch hier Verkehrsgetöse, Abgase. Wir trinken Tee, die Kinder Mangosaft. Wir plaudern und beobachten die Leute. Straßenhändler versuchen pausenlos uns ihre Ware feilzubieten. Gefälschte Rolex, Erdnüsse, Socken, Glitzer-Blinker-Ramsch "Made in China". Die Kinder bekommen Glitzer-Blinker-Gummibälle und sind glücklich.
Plötzlich Hektik am Straßenrand. Ein Kellner nimmt von unserer Sitzgruppe entschuldigend einen leeren Rattansessel weg. Eine Frau ist zusammengebrochen. Wir lugen in die besagte Richtung. Man hebt sie auf den Stuhl. Ihr tuchverhüllter Kopf sinkt nach hinten auf die Lehne. Minuten vergehen. Man hält ihr ein wohl mit Parfum getränktes Tuch an die Nase, fächelt ihr Luft zu. Sofort bildet sich ein Ring aus Schaulustigen um sie, mit lauten "Yalla"-Rufen werden diese verscheucht.
Irgendwann hebt sie den Kopf wieder, scheint zu sich gekommen zu sein.
Man führt sie ins Straßencafé des Hotels, wo sie wieder zusammensinkt. Selbst in ihrer Ohnmacht sprüht sie vor orientalischer Theatralik, dass ich mich des Gedankens nicht erwehren kann, es handle sich hier um eine Inszenierung. Mit fast lasziver Geste führt sie den Handrücken der beringten Hand zur Stirn, die Augen geschlossen. Wieder lässt sie sich ein parfümiertes Tuch reichen. Ein von Kopf bis Fuß in ein weisses langes Gewand aus feinem Tuch gehüllter Araber, feingliedrig, schmal, elegant, mit klassischem weissen langem Tuch samt schwarzem Ring auf dem Kopf geht zu ihr, fühlt kurz den Puls, legt seine Hand auf ihren Kopf. Ich vermute ein Saudi-Paar.
Sie wechseln ein paar Worte. Dann erhebt sich die aus der Ohnmacht Erwachte, wird zu einem Taxi geführt, der Araber holt Scheine aus einer Gewandtasche, gibt dem Fahrer Instruktionen. Die Dame sinkt auf die Rückbank, lässt erneut sehr theatralisch ihr Haupt auf die Lehne sinken. Das Taxi rauscht hupend davon. Der Araber geht maßvollen Schrittes in eine andere Richtung. Das Schauspiel ist vorbei.
11.9.06 13:56
 


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