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Donnerstag, 7.September 2006, Alexandria

Heute ist Abreisetag. Wir planen, am späten Nachmittag einen Bus zu nehmen, der uns zurück ins Nildelta bringt. Hatem's Bruder fährt am späten Vormittag zum Busbahnhof, um Tickets zu reservieren. Die Koffer sind alle gepackt, wir haben bereits ausgecheckt. Wir gehen mit den Kindern wieder in den Club, frühstücken, spielen. Gerade als die Kinder in den Pool wollen, gegen 11.00 Uhr, kommt ein Anruf von Zohir, wir sollen uns gleich auf den Weg machen, es gäbe nur einen Bus, um 13.00 Uhr. Salma weint, sie will unbedingt noch Planschen. Sie darf, der kleine Hatem auch. Ich fürchte schon, dass Yamina nun auch will, doch sie lehnt zum Glück ab. Dafür darf sie Tretauto fahren. 15 min Planschzeit wird vereinbart, dann packen wir hektisch zusammen und gehen zum Hotel. Ein Taxi bringt uns zum Busbahnhof. Die Zugluft macht mich mürbe. Wir steigen in den Bus, der schlecht klimatisiert ist. Die Fahrt geht los.
Leider hat Hatem's Bruder nur 6 Sitzplätze reserviert, so dass wir Yamina auf unseren Schoß nehmen müssen, samt ihres 40-cm-Riesenballons. Es ist eng. Ich sitze am Fenster. Sonnenseite. Alle Vorhänge sind zugezogen, trotzdem ist es heiss. Vor uns im Bus sitzt eine ägyptische Familie mit ca. 1,5-jährigem Kleinkind, das kurz nach der Abfahrt Yaminas schönen schwebenden Gasballon entdeckt hat und seitdem penetrant kreischt. Ich stelle mich zuerst dumm, habe Angst um Yamina's Ballon, an dem ihr Herz hängt. Wir lassen uns erweichen und geben ihn nach vorn. Wir sind nicht begeistert, als wir sehen, mit welcher Kleinkindkraft das Mädchen den Ballon bearbeitet. Er wird gezerrt, gezogen und geschlagen. Hoffentlich geht er nicht kaputt. Ich warte auf eine erzieherische Maßnahme der ägyptischen Eltern, ihr Kind doch etwas zurückzuhalten. Aber nein, gemeinsam amüsiert man sich. Ich fürchte schon ein Drama, aber der Ballon hält. Yamina will ihn zurück. Ich verschärfe meinen wortlosen Blick auf die Vorderreihe, Yamina streckt ihre Hand vor, es wirkt. Wir bekommen den Ballon zurück. Wieder Gekreische von der Vorderbank. Ohrenbetäubend. Ich finde noch einen Luftballon in meiner Handtasche, frage Yamina, ob wir ihn dem Mädchen schenken wollen, damit sie endlich Ruhe gibt. Ok. Gesagt, getan. Der Ballon wird angenommen aber nicht aufgeblasen, scheint wohl uninteressant, sie wollen wieder den Gasballon. Noch einmal leihen wir ihn aus, müssen zusehen, wie er gequält wird, holen ihn zurück. Wir wickeln das Objekt der Begierde in unsere "überall-dabei-Schmuse-Decke". Jetzt kann er nicht mehr zur Decke schweben. Wir hoffen auf die "Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn"-Taktik. Es wirkt. Irgendwann bläst der Papa den geschenkten Ballon auf, der nach kurzer Quälerei platzt.
Warum haben diese Eltern kein Spielzeug für ihr Kind dabei? Dem Mädchen wird Orangenlimo eingeflösst, als Ablenkung versucht der Papa ihre Aufmerksamkeit auf den am Bus-Fernseher flimmernden Horror-Film zu lenken. Eklige hausgroße Spinnen, die sich zu menschentötenden Monstern entwickeln bestimmen das Geschehen. Warum werden solche Filme gezeigt? Amerikanisch mit arabischem Untertitel? Ein Horror-Schocker am Nachmittag? Yamina sieht zum Glück nicht hin.
Die Fahrt zieht sich endlos. Ich kann kaum den Vorhang öffnen, um die Landschaft zu betrachten, denn sonst sticht die gnadenlose Nachmittagssonne auf Yamina und mich.
Yamina wird müde, ich krame ihren Sterntaler-Clown aus der Tasche, seit 4 Jahren ihr treuer Begleiter und Einschlaf-Freund. Kaum eine Sekunde in der Hand, kreischt auch schon das Mädchen auf der Vorderbank. Sie will unseren Clownie. Ich schalte auf stur, Yamina ringelt sich auf meinem Schoß ein, will schlafen, schmust mit Clownie, ich schließe die Augen, bin nicht zu sprechen. Minutenlang. Ebensolange ohrenbetäubendes Geschrei vorne. Madame Ägypterin steigert sich so dass sie Würgen muss. Hatem meint, wir sollen ihn ihr kurz geben. Yamina wird befragt und sie gibt ihren heissgeliebten Freund nach vorn. Bald darauf ist das Mädchen eingeschlafen. Clownie hat auch auf sie ihre Wirkung übertragen. Was für ein Segen. Wir bekommen Clownie zurück.
Nach 4,5 Stunden Fahrt incl. einer halbstündigen Teepause sind wir endlich erschöpft in Zagazig. Ein Taxi bringt und durch den Stop-and-go-Verkeht nach Haus. Endlich Ruhe. Wir sitzen bei den Schwiegereltern in der Wohnung. Abendessen. Ich bin sehr müde.
Gegen 19.00 schleppe ich mich noch in den 5.Stock, lege mich aufs Bett und friere. Vor Erschöpfung. 32°C im Zimmer. Ich ziehe die Decke über mich, friere. Ich suche ein wattiertes Sweatshirt, Socken. Friere.
Merke, dass Fieber kommt. Gegen 22.30 habe ich 40°C. Unruhig wälze ich mich hin und her. Als das Fieber seinen Höhepunkt erreicht hat, nehme ich Ibuprofen und einen kühlen Waschlappen für die Stirn. Die Nacht ist unruhig, aber am Tag drauf ist das Fieber wieder unten.
11.9.06 13:57
 


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