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Freitag, 8.September - Montag, 11.September 2006, Zagazig

Ein paar Tage erhole ich mich mit Herumsitzen, Mittagschläfchen, Internetsurfen, Tagebuchschreiben. Gelegentlich habe ich das Gefühl von leicht erhöhter Temperatur, aber kein Fieber mehr. Habe noch Gliederschmerzen ab und zu. Husten tut in den Bronchien etwas weh. Die Bronchien sind gereizt. Der Ausflug nach Alexandria hat viel Kraft gekostet. Wir erholen uns bei der Familie. Yamina spielt im ganzen Haus. Sie ist fit.
Gegen 20.00 Uhr fahren wir mit einem Taxi in die Innenstadt. Wir wollen Möbel ansehen, brauchen einen Schreibtisch. Das Taxi bringt uns an die genannte Adresse. Wir steigen aus. Yamina will getragen werden, sie scheint müde. Kein Möbelhaus in Sicht. Wir fragen. Es ist umgezogen. Wir wollen mit dem nächsten Taxi an die neue Adresse. Ein Auto - ohne Taxischild - hält, man heisst uns einsteigen, wir zögern. Die Autofarbe ist die eines Taxis, aber das Schild fehlt. Vielleicht will sich einer ein paar Pfennig verdienen. Benzingeruch raubt uns fast den Atem. Ich will sofort aussteigen, habe im letzten Jahr schon eine solche Fahrt hingenommen. Wir öffnen alle Fenster, können trotzdem kaum atmen. Hatem verspricht eine Fahrt von höchstens 5 Min. Wir halten durch. Zwischendurch fragt Hatem den Fahrer, ob mit seinem Auto denn etwas nicht in Ordnung sei. Dieser streitet ab, das käme von draussen, bekräftigt er. Wir freuen uns über das Ende der Fahrt, verlassen fluchtartig das Auto und atmen endlich wieder durch, obwohl auch die Aussenluft nicht zum tiefen Atmen geeignet ist. Staub liegt in der Luft, wird von jedem Auto frisch aufgewirbelt. Abgase ebenso. TÜV und Abgassonderuntersuchung gibt es hier nicht. Auch hier, kein Möbelhaus.
Wir gehen ein paar Meter. Habe die falschen Schuhe an, Sand ist im Schuh, meine Zehen wundgerieben, Yamina schläft auf Hatem's Arm. Wir nehmen ein drittes Taxi, wissen nun die richtige Adresse, lassen uns hinbringen. Reges Treiben auf den Straßen, Staubwolken überall. Wir steigen aus. Wo ist das Möbelhaus? Es gibt nur einen kleinen Laden, ca 50 qm, vollgestopft mit folienverdeckten Möbeln. Eine kleine Gasse in der Mitte ist freigelassen, damit man bis zum Ende des Möbellagers durchgehen kann. Ein Schreibtischmodell gefällt uns. Der genannte Preis ist zu hoch. Meine Anwesenheit schraubt alle Preise in die Höhe.
Wir brechen unsere Tour ab, nehmen ein weiteres Taxi, das uns nach Hause bringt.

Am späten Sonntag Abend sind wir in der Wohnung von Hafza, Hatem's Schwester. Sie hat ihr Strandzelt in der Wohnung aufgebaut, für Yamina. Sie ist inzwischen wieder wach, frisch bereit für neue Späße. Sie hat alle Spielsachen im Zelt (Grundfläche ca 2 qm) verstaut. Nun trägt sie alle Kissen der Wohnung hinein, sie will eine Sing-Party veranstalten. Alle müssen ins Zelt. Yamina, ich, Hatem, Hafza, ihr Mann Adel, der Sohn Moamen. Erst singen wir schweißüberströmt "Oh Tannenbaum", was für eine skurrile Situation, dann ägyptische Kinderlieder. Wir dürfen die Zeltparty wieder verlassen und trinken Tee.

Wir planen den nächsten Ausflug. Ans Meer. Angedacht ist Ain Sokhna am Roten Meer, was wir aber wegen der Hitze verwerfen. Mittelmeer scheint uns erholsamer. Port Said soll es sein.
Wir werden uns vor Ort ein Hotel aussuchen.

Mich wundert, dass die Menschen hier ihr Lachen noch nicht vergessen haben. Zagazig ist immerhin eine Universitätsstadt, hat 1.5 Millionen Einwohner. Vielerorts in Ägypten, in den Dörfern im Nildelta ist es ein Kampf ums Überleben. Umweltschutz konnte ich auf meinen Fahrten durch das Delta nicht erkennen. Müll säumt die Straßen, manchmal brennt ein Müllhaufen. Die Ufer der Bewässerungskanäle sind verdreckt, daneben wird das Geschirr gewaschen. Der Gedanke, die Umwelt für die nachfolgenden Generationen zu schützen, kommt hier gar nicht auf, glaube ich. Es geht bei manchen Menschen nur um das Hier und Heute, wie bekomme ich meine Kinder heute satt. Was morgen ist, wird inshallah schon werden.
11.9.06 13:58
 


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